Nachruf Hans Apel

Veröffentlicht am 12. September 2011

Parteisoldat,  „Minenhund“ und Christ. Politik aus Überzeugung.

Zum Tode von Hans Apel. Ein Nachruf

Streitbar war er. Aufrecht und oftmals unbequem. Trotz oder gerade deswegen hat die Vita des gebürtigen Barmbekers eine steile Karriere und beachtliche Erfolge vorzuweisen: Staatssekretär im auswärtigen Amt und Bundesfinanzminister im Kabinett Schmidt – dies sind nur zwei Stationen seiner politischen Laufbahn. Als Landesgeschäftsführer der Hamburger Jusos begann Apel sein Engagement in der SPD.

Von 1978 bis zum Ende der sozialliberalen Koalition im Herbst 1982 amtierte er als Bundesminister der Verteidigung. „Du bist begabt genug, Du kannst das lernen“, entgegnete Helmut Schmidt als Hans Apel, der aus Protest gegen die Wiederaufrüstung der Bundeswehr 1955 in die SPD eingetreten war, dem Kanzler seine Bedenken dazu vortrug. Schmidt behielt Recht. Seit’ an Seit mit dem Kanzler kämpfte Apel um Rüstungsbegrenzungen, die jedoch „nicht um den Preis westlicher Erpreßbarkeit durch militärische Unterlegenheit“ zu erreichen waren. Das klare Bekenntnis zum Nato-Doppelbeschluss stellte sich später als folgerichtig heraus: 1987 beschlossen die Großmächte USA und Sowjetunion die Verschrottung sowohl sämtlicher russischer als auch amerikanischer Mittelstreckenwaffen. Dieses Ergebnis war das Ziel welches Schmidt und Apel mit der Idee des Nato-Doppelbeschlusses verfolgt hatten.

Für die gute sozialdemokratische Sache war Hans Apel immer zu kämpfen bereit. Als die Hamburger SPD auf Grund innerparteilicher Differenzen hinsichtlich des Kernkraftwerks Brokdorf in schweres Fahrwasser geriet und Bürgermeister Klose seinen Rücktritt verkündete wurde Apel beauftragt als Formateur einen adäquaten Nachfolger zu präsentieren. Der Rolle des „Minenhund“ ist Apel gerecht geworden: Der Nachfolger hieß Klaus von Dohnanyi.

1984 wurde Hans Apel gebeten die Berliner SPD als Spitzenkandidat in einen als aussichtslos erscheinenden Wahlkampf zu führen. Parteisoldat Apel sagt zu, wohlwissend dass die Chancen schlecht standen. Monatelang kämpft er für den Regierungswechsel – gleichwohl war das Wahlergebnis am Ende bitter und Berlin blieb Schwarz-Gelb. Wie tief die Berliner SPD ohne Apel hätte fallen können fragten sich damals zu wenige.

In seinem Bundestagswahlkreis in Hamburg-Nord ist er an der Basis stets beliebt gewesen, bei manchen Funktionären war dies jedoch zuletzt weniger der Fall. „Der Kreis Nord vertritt dieselben politischen Inhalte wie Oskar Lafontaine. Politisch sprichst Du seit acht Jahren nicht mehr für uns“, teilte ihm die Kreisvorsitzende Helgrit Fischer-Menzel mit. 1985 beabsichtigte ein Gegenkandidat Apel das Mandat streitig zu machen, dieser unterlag allerdings in der Wahlkreiskonferenz und verlor mehr als deutlich. Die Basis hielt treu zu Apel, man schätzte ihn nach wie vor.

Ein jähes und unverdient bitteres Ende fand seine glanzvolle politische Karriere im Jahre 1988. Aus dem Bundesvorstand abgewählt kündigte Apel an, nicht erneut für den Bundestag kandidieren zu wollen. Doch auch nach seinem Ausscheiden aus der aktiven Politik meldete er sich regelmäßig zu Wort und verfasste zudem zahlreiche Bücher. So beeindruckend Apels Engagement für den christlichen Glauben war, so unglücklich musste seine harsche Kritik gegenüber gleichgeschlechtlicher Partnerschaften und des von Rot-Grün beschlossenen Lebenspartnerschaftsgesetzes wirken.

Gleichwohl: Hans Apel hat bedeutende Spuren in der nationalen und internationalen Politik hinterlassen. Mit seiner hanseatischen und bodenständigen Art hat er die SPD entscheidend geprägt.

Gott mir Dir, Hans. Wir werden dich sehr vermissen.

Timo Hempel

Buchtipp:

Hans Apel: „Hans, mach Du das!“ Lebenserinnerungen. 195 Seiten, Brunnen-Verlag. Preis: 14,95 Euro

Sommerfest

Veröffentlicht am 12. September 2011

Kommenden Samstag 17.09. ab 17.30 holen wir unser Sommerfest nach, eingeladen sind alle die gerne vorbeikommen möchten, egal ob Jusos oderFreunde, für Grillzeug und Getränke ist gesorgt. Das ganze findet auf der Wiese neben dem Kreishaus (Am Hasenberge 44) statt sodass man bei schlechtem Wetter schnell ein Dach über dem Kopf hat.

Wir freuen uns auf euer Kommen!

Kreisvorstand am am 15.9.

Veröffentlicht am 12. September 2011

Am Donnerstag dem 15.9. findet um 19.30 der zweite Kreisvorstand der Jusos Hamburg Nord nach der Sommerpause statt. Veranstaltungsort ist einmal wieder das Kreishaus der SPD Hamburg Nord, Am Hasenberge 44.

Neben aktuellen Themen aus den Jusogruppen werden wir uns auch weiter mit dem Thema Stadtentwicklung beschäftigen. Dieses mal haben wir Thomas Domres eingeladen der für den inhaltlichen Input in Bezug auf bezirkliche Stadtentwicklung sorgen wird.

Über zahlreiches Erscheinen freuen wir uns immer, eingeladen sind natürlich nicht nur Mitglieder sondern Alle die sich für dieses Thema interessieren


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