Angie und die 7 Zwerge – Kein Sommermärchen
Noch vor rund neun Monaten bekam das schwarz-gelbe Märchen ein Happy End. Nach 12 Jahren ohne Regierungsbeteiligung der FDP im Bund, konnte mit dem Wunschpartner CDU/CSU und der Führung von Muttchen Merkel endlich wieder mit regiert werden. Guido „Vizekanzler“ Westerwelle sagte ab sofort „Du“ zu Seehofer und alle lagen sich in den Armen. Der Beginn einer endlosen Freundschaft.

Peter Heinrich / pixelio.de
Nun, 9 Monate später, ähnlich wie bei einer Geburt, scheint es so, als bekäme die Mutter der Nation gemeinsam mit ihrem Guido die Wehen. Und es schmerzt an allen Ecken und Enden.
Betrachtet man die Pläne für den letzten Monat, so fällt einem sofort auf, dass die gesenkten Steuern den Mittelständler entlasten. So das Märchen. Und in der Realität? Eine Steuersenkung ist in der aktuellen finanziellen Lage nicht möglich. Aufgrund des löchrigen Haushaltes und der vielen finanziellen Spritzen die Deutschland leisten musste fehlt es an der nötigen Liquidität für Steuersenkungen. Sollte es wirklich passiert sein, dass die beiden Parteien, denen die höchste wirtschaftliche Kompetenz zugeschrieben wird, sich verrechnet haben? Oder war es gar reines Kalkül und eine schlichte Wahlkampflüge, um auch Otto Normalverbraucher am Wahltag für sich zu gewinnen? Wir lassen die Frage hier lieber unbeantwortet.
Aber wie dem auch sei, Fakt ist, dass es nicht nur an der wirtschaftlichen Kompetenz fehlt. Nach neuesten Umfragen, fällt Schwarz-Gelb weit hinter das Ergebnis von vergangenem September zurück. Sogar weit hinter Rot-Grün. Selbst der Kanzlerin wird von der Mehrheit der Bevölkerung ihre Führungskompetenz abgesprochen. Und wie ist es in den eigenen Reihen? Während Angie schläft streiten sich die 7 Zwerge. Die CSU und FDP sind plötzlich doch keine Freunde mehr. Der „Über-Guido“ wird zum „Prügel-Guido“ und muss sich in der eigenen Partei Kritik anhören. Und sogar die Angie wird von ihrer Partei nicht verschont. Das Ende vom Lied? Ein Bundespräsident der die Koffer packt.
Denn jetzt wo das Märchen zur Schmierenkomödie wird, wurde es dem Köhler zu bunt und er flüchtete sich flux aus seinem Amt. Das Ergebnis? Der Haufen Mist wird immer größer und Schwarz-Gelb steht wie der Ochs vorm Berg. Denn kaum hat man sich auf ein Sparpaket geeinigt, muss man sich nun auch noch auf einen neuen Chef einigen. Und da wir nun schon von der vielen Kompetenz der Koalition gehört haben, wundert es uns auch nicht, dass es natürlich gleich mehrere kompetente Kandidaten und Kandidatinnen gibt. Da gab es zum einen Zensursula die mit ihren eigenen 7 Zwergen gern in das Schloss Bellevue eingezogen wäre. Oder auch der beliebte Schäuble war ein heißer Kandidat. Doch genau wie bei der Bundestagswahl setzt Schwarz-Gelb lieber auf den Wulff im Schafspelz. Ein neues Märchen, dass ebenfalls bald ein (Happy?) Ende findet. Wenn es nach der Mehrheit der Bevölkerung geht, wird das dann allerdings nicht der böse Wulff sondern Joachim Gauck sein. Wir bleiben gespannt.
Und die Moral von der Geschicht? Schwarz-Gelb wählt man nicht.
PS.: Wer allerdings trotzdem auf ein Sommermärchen hofft, sollte lieber den Fernseher einschalten und der Deutschen Mannschaft bei der WM in Südafrika die Daumen drücken. Denn das ist wohl das einzige Happy End, auf das wir diesen Sommer hoffen dürfen.
